Wie fragwürdig deutsche Gerichte beim Arbeitsunfall „Toilettengang“ entscheiden

07.04.2018

Wussten Sie, dass Sie beim Toilettengang auf der firmeneigenen Toilette nicht gesetzlich Unfall-versichert sind, aber mit 2 Promille beim Firmen-Grillfest schon? Hört sich merkwürdig an, nicht wahr? Ist aber so.

Im Februar 2018 entschied das Sozialgericht Heilbronn, dass wer auf der firmeneigenen Toilette einen Unfall erleidet keinen Versicherungsschutz bei der gesetzlichen Unfallversicherung hat. Der Toilettengang während der Arbeitszeit ist „privater Natur“

Im April 2018 entschied das Dortmunder Sozialgericht, dass wer bei einer Firmen-Grillparty unter starkem Alkoholeinfluss steht, und einen Unfall erleidet, sehr wohl gesetzlich Unfall-versichert ist. Vorausgesetzt der Chef ist anwesend und bezahlt.

Das kuriose daran ist, dass beide zu Grunde liegenden Fälle einen Toilettengang als Ursache haben.

Ist der Toilettengang für die gesetzlich Unfallversicherung nun eine privat-natürliche Arbeitsunterbrechung, aber in machen Fällen unter Alkoholeinfluss eine betriebliche Tätigkeit? Nichts genaueres weiß man nicht.

Sicher sind wohl nur diejenigen die zusätzlich eine private Unfallversicherung besitzen, denn die private Unfallversicherung leistet in der Regel 24 Stunden – 7 Tage – weltweit. Allerdings sind beim Alkohol auch hier Grenzen bis 2 Promille (neue Tarife) die Regel. Aber immerhin; beide geschilderten Fälle hätten mit Leistungen rechnen können.

Vergleich private Unfallversicherung

Februar 2018

Kein Arbeitsunfall - Gericht: Auf der Toilette greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht

April 2018

Urteil zu Firmen-Grillfest - Sturz mit zwei Promille ist ein Arbeitsunfall

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