ETF-Sparplan: langfristig mit ETFs Vermögen aufbauen

ETFs sind eine Möglichkeit, langfristig und breit gestreut am Kapitalmarkt zu investieren. Sie können sowohl für eine Einmalanlage als auch für den regelmäßigen Vermögensaufbau mit einem Sparplan genutzt werden.

Bevor Sie sich für einen ETF entscheiden, sollte allerdings eine andere Frage geklärt sein: Wie lange können Sie auf das investierte Geld verzichten?

ETFs unterliegen Kursschwankungen. Geld, das als Rücklage dient oder in absehbarer Zeit für geplante Ausgaben benötigt wird, sollte deshalb nicht allein wegen einer möglichen höheren Rendite in ETFs investiert werden.

Die Rücklage schafft Sicherheit. Die Geldanlage schafft Chancen. Zusammen wird daraus Vermögensaufbau.

→ Rücklagen und Notgroschen richtig planen

Was ist ein ETF?

ETF steht für „Exchange Traded Fund“. Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds. Viele ETFs bilden einen bestimmten Index nach – beispielsweise einen Aktienindex – und ermöglichen dadurch eine breite Streuung über zahlreiche Unternehmen.

Statt einzelne Aktien auszuwählen, können Anleger mit einem einzigen ETF gleichzeitig in viele verschiedene Unternehmen investieren. Welche Unternehmen, Länder oder Branchen tatsächlich enthalten sind, hängt vom jeweiligen ETF und dem zugrunde liegenden Index ab.

ETFs werden häufig passiv verwaltet. Das bedeutet: Ein Fondsmanagement versucht nicht fortlaufend, durch die Auswahl einzelner Wertpapiere den Markt zu schlagen. Stattdessen folgt der ETF möglichst genau der festgelegten Anlagestrategie beziehungsweise seinem Index.

Ein ETF nimmt Ihnen die Auswahl einzelner Aktien ab. Die Entscheidung, welcher ETF zu Ihrer Geldanlage passt, treffen Sie jedoch selbst.

Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?

Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie regelmäßig einen festgelegten Betrag in einen oder mehrere ETFs. Häufig erfolgt die Einzahlung monatlich, grundsätzlich sind je nach Anbieter aber auch andere Sparintervalle möglich.

Bei jeder Ausführung werden für Ihren Sparbetrag entsprechende ETF-Anteile gekauft. Stehen die Kurse niedriger, erhalten Sie für denselben Sparbetrag mehr Anteile; stehen sie höher, entsprechend weniger.

Ein Sparplan eignet sich deshalb besonders für den regelmäßigen langfristigen Vermögensaufbau. Sie müssen nicht erst einen größeren Geldbetrag ansparen, sondern können Schritt für Schritt investieren.

Sparrate an die eigene Situation anpassen

Entscheidend ist nicht, mit einer möglichst hohen Sparrate zu beginnen. Die Sparrate sollte so gewählt sein, dass sie dauerhaft zu Ihrer finanziellen Situation passt.

Verändert sich Ihr finanzieller Spielraum, können ETF-Sparpläne bei vielen Anbietern angepasst, pausiert oder wieder aufgenommen werden. Die konkreten Möglichkeiten hängen vom jeweiligen Depotanbieter und Sparplan ab.

Eine Sparrate, die Sie langfristig durchhalten können, ist wichtiger als ein möglichst hoher Startbetrag.

ETF-Sparplan oder Einmalanlage?

ETFs können nicht nur über einen Sparplan gekauft werden. Wenn bereits Kapital vorhanden ist, das langfristig nicht benötigt wird, kommt auch eine Einmalanlage infrage.

Beides lässt sich miteinander verbinden: Ein vorhandener langfristig freier Betrag kann investiert und der Vermögensaufbau anschließend mit einer regelmäßigen Sparrate fortgesetzt werden.

Vor einer Einmalanlage sollte deshalb ebenso wie beim Sparplan geklärt sein, welcher Teil Ihres Geldes als Rücklage oder für geplante Ausgaben verfügbar bleiben soll.

→ Geld anlegen: Was tun mit freiem Geld?

Einmalanlage und Sparplan sind kein Entweder-oder. Entscheidend ist, welcher Betrag langfristig frei ist und wie viel Sie regelmäßig investieren können.

Welche Chancen und Risiken haben ETFs?

Mit breit gestreuten ETFs können Sie an der Entwicklung vieler Unternehmen und Kapitalmärkte gleichzeitig teilhaben. Dadurch lässt sich das Risiko gegenüber der Anlage in einzelne Aktien breiter verteilen.

Breite Streuung verhindert jedoch keine Verluste. Aktienmärkte können deutlich fallen und längere Zeit benötigen, um frühere Kursstände wieder zu erreichen. Auch bei einem breit gestreuten ETF müssen Sie deshalb mit zwischenzeitlichen Wertverlusten rechnen.

Gerade bei einer langfristigen Geldanlage ist es wichtig, solche Schwankungen finanziell und persönlich aushalten zu können. Wer investiertes Geld kurzfristig benötigt, kann sonst gezwungen sein, zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen.

Breite Streuung reduziert einzelne Risiken. Sie beseitigt das Risiko von Kursverlusten jedoch nicht.

Welcher ETF passt zu Ihrer Geldanlage?

Die Auswahl an ETFs ist groß. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst viele ETFs im Depot zu haben, sondern zu verstehen, was ein ETF tatsächlich abbildet.

Ein ETF kann beispielsweise weltweit in Unternehmen investieren, sich auf einzelne Regionen oder Branchen konzentrieren oder andere Anlageklassen abbilden. Auch Kosten, Ausschüttungsart und Zusammensetzung können sich unterscheiden.

Für den langfristigen Vermögensaufbau ist deshalb zunächst die gewünschte Anlagestrategie entscheidend. Erst danach stellt sich die Frage, welcher ETF diese Strategie möglichst passend umsetzt.

Ein ETF ist noch keine Anlagestrategie

Zwei Anleger können beide ETFs nutzen und trotzdem völlig unterschiedlich investieren. Entscheidend ist, welche Märkte und Anlageklassen enthalten sind, wie breit das Geld verteilt wird und welches Risiko damit verbunden ist.

Wer sein ETF-Depot selbst zusammenstellt, übernimmt diese Entscheidungen auch künftig selbst.

Nicht der Begriff ETF entscheidet über die Qualität einer Geldanlage, sondern was darin steckt und ob die gewählte Strategie zu Ihnen passt.

ETFs selbst auswählen oder Geldanlage verwalten lassen?

Wer mit ETFs investiert, kann sein Depot selbst zusammenstellen und die weitere Entwicklung eigenständig verfolgen. Sie entscheiden dann selbst, welche ETFs Sie kaufen, wie Sie Ihr Geld aufteilen und ob Sie später Veränderungen vornehmen.

Nicht jeder möchte diese Entscheidungen dauerhaft selbst treffen. Eine Alternative kann eine Vermögensverwaltung sein. Dabei bestimmen Sie Ihren persönlichen Rahmen und delegieren die laufenden Anlageentscheidungen innerhalb der ermittelten Strategie.

Welche Variante zu Ihnen passt, hängt deshalb nicht nur von den verwendeten Anlagen ab. Entscheidend ist auch, wie Sie Ihre Geldanlage künftig organisieren möchten.

ETF-Depot selbst verwalten

Sie wählen Ihre ETFs selbst aus und entscheiden auch künftig über Käufe, Verkäufe und Veränderungen in Ihrem Depot.

Geldanlage verwalten lassen

Sie bestimmen Ziel und Rahmen Ihrer Geldanlage. Die laufende Auswahl und Steuerung innerhalb der Anlagestrategie übernimmt eine Vermögensverwaltung.

→ Vermögensverwaltung: Geld langfristig verwalten lassen

Selbst auswählen und entscheiden oder die laufenden Anlageentscheidungen delegieren – beide Wege können langfristiges Investieren ermöglichen. Entscheidend ist, welcher Weg zu Ihnen passt.

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