Festgeld: Wann lohnt sich ein Festgeldkonto?
Festgeld eignet sich für Geld, das Sie für einen bestimmten Zeitraum sicher nicht benötigen. Sie legen einen festen Betrag für eine vereinbarte Laufzeit an und erhalten dafür einen festgelegten Zinssatz.
Der entscheidende Unterschied zum Tagesgeld: Während Sie über Tagesgeld kurzfristig verfügen können, ist Festgeld normalerweise bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit gebunden.
Deshalb sollte die erste Frage nicht lauten: Wo gibt es die höchsten Zinsen? Sondern: Wann brauche ich dieses Geld wieder?
Ihre finanzielle Rücklage sollte bereits stehen, bevor Sie Geld länger binden.
→ Notgroschen und Rücklagen richtig planen
Was ist Festgeld und wie funktioniert es?
Bei einem Festgeldkonto vereinbaren Sie mit einer Bank einen Anlagebetrag und eine feste Laufzeit. Gleichzeitig wird festgelegt, mit welchem Zinssatz das Geld während dieser Zeit verzinst wird.
Das schafft Planungssicherheit: Sie wissen bereits bei Abschluss, wie lange das Geld angelegt ist und welcher Zinssatz dafür gilt.
Im Gegenzug verzichten Sie während der vereinbarten Laufzeit normalerweise auf den Zugriff auf das angelegte Geld. Eine vorzeitige Verfügung ist häufig nicht oder nur unter besonderen Bedingungen möglich.
Festgeld ist deshalb kein Ersatz für eine finanzielle Rücklage. Es eignet sich für Geld, bei dem Sie den Zeitpunkt der späteren Verwendung besser planen können.
Für welches Geld eignet sich Festgeld?
Nicht jedes Guthaben muss jederzeit verfügbar sein. Wenn Ihre Rücklage ausreichend gefüllt ist und darüber hinaus Geld vorhanden ist, können Sie überlegen, welche Aufgabe dieses Geld übernehmen soll.
Festgeld kann beispielsweise interessant sein, wenn Sie einen bestimmten Betrag für einige Monate oder Jahre sicher nicht benötigen, ihn aber auch nicht langfristig in schwankungsanfällige Geldanlagen investieren möchten.
Das kann etwa Geld für eine später geplante größere Anschaffung oder einen anderen absehbaren finanziellen Bedarf sein.
Entscheidend ist: Die Laufzeit des Festgeldes muss zu Ihrem Finanzplan passen – nicht umgekehrt.
Tagesgeld oder Festgeld – was passt besser?
Tagesgeld und Festgeld dienen unterschiedlichen Aufgaben.
Tagesgeld eignet sich für Geld, das kurzfristig verfügbar bleiben soll. Dazu gehören insbesondere der Notgroschen und andere Rücklagen, auf die Sie bei Bedarf schnell zugreifen möchten.
Festgeld eignet sich für Geld, auf das Sie während eines vorher festgelegten Zeitraums verzichten können. Dafür steht der Zinssatz für die vereinbarte Laufzeit fest.
Für Ihre Rücklage ist deshalb normalerweise die Verfügbarkeit wichtiger als der letzte Zehntelprozentpunkt Zins. Erst bei Geld, das darüber hinaus vorhanden ist, kann eine zeitliche Bindung sinnvoll werden.
→ Tagesgeldkonto für Rücklagen und kurzfristiges Sparen
Welche Laufzeit ist beim Festgeld sinnvoll?
Festgeld wird mit unterschiedlichen Laufzeiten angeboten. Welche davon sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Zinssatz ab.
Fragen Sie sich zuerst: Wann könnte ich dieses Geld wieder benötigen?
Wenn eine größere Ausgabe beispielsweise in absehbarer Zeit geplant ist, sollte die Festgeldanlage nicht länger laufen als der Zeitraum, in dem Sie auf das Geld verzichten können.
Bei größeren Beträgen kann es außerdem sinnvoll sein, das Geld auf unterschiedliche Laufzeiten zu verteilen. Dadurch wird nicht der gesamte Betrag gleichzeitig für denselben Zeitraum gebunden.
Eine längere Laufzeit ist deshalb nicht automatisch besser. Sie sollte zu Ihren persönlichen Plänen passen.
Wie wichtig ist der Zinssatz beim Festgeld?
Beim Festgeld spielt der Zinssatz eine größere Rolle als beim Notgroschen. Schließlich verzichten Sie für einen bestimmten Zeitraum auf die Verfügbarkeit Ihres Geldes.
Trotzdem sollten Sie Angebote nicht ausschließlich nach dem höchsten angegebenen Zinssatz auswählen. Achten Sie auch auf Laufzeit, Mindestanlage, Bedingungen und die Bank, bei der das Geld angelegt wird.
Besonders bei zeitlich begrenzten Angeboten lohnt sich ein genauer Blick auf die Konditionen.
Beim Festgeld zählt nicht nur der Zins. Entscheidend ist, ob Zins, Laufzeit und Verfügbarkeit zu Ihrem Vorhaben passen.
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Wie sicher ist Geld auf einem Festgeldkonto?
Festgeld gehört grundsätzlich zu den Bankeinlagen. Bei Banken, die der gesetzlichen deutschen Einlagensicherung unterliegen, sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Einleger und Bank geschützt.
Wichtig ist dabei: Die Grenze gilt nicht für jedes Konto einzeln. Haben Sie beispielsweise Girokonto, Tagesgeld und Festgeld bei derselben Bank, werden die geschützten Einlagen bei dieser Bank grundsätzlich zusammen betrachtet.
Bei Banken aus anderen EU-Staaten greift grundsätzlich das Einlagensicherungssystem des jeweiligen Mitgliedstaates nach den europäischen Vorgaben.
Gerade bei größeren Anlagebeträgen sollten Sie deshalb nicht nur auf den Zinssatz achten, sondern auch prüfen, bei welcher Bank Ihr Geld liegt und welcher Einlagensicherung sie unterliegt.
Was passiert am Ende der Laufzeit?
Bevor Sie ein Festgeldkonto eröffnen, sollten Sie prüfen, was nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit geschieht.
Je nach Angebot werden Anlagebetrag und Zinsen anschließend auf das hinterlegte Konto ausgezahlt. Bei anderen Angeboten kann eine Verlängerung vorgesehen sein, wenn Sie nicht innerhalb einer bestimmten Frist widersprechen oder kündigen.
Schauen Sie deshalb bereits beim Abschluss auf die Regelungen zum Laufzeitende.
Der Ablauf des Festgeldes ist gleichzeitig ein guter Zeitpunkt, die Aufgabe des Geldes neu zu prüfen.
Wird das Geld jetzt benötigt? Soll es erneut sicher angelegt werden? Oder kann ein Teil inzwischen langfristig für den Vermögensaufbau eingesetzt werden?
Festgeld in Ihrem Finanzplan
Festgeld ist kein Produkt, das automatisch besser oder schlechter als Tagesgeld oder eine langfristige Geldanlage ist. Entscheidend ist, welche Aufgabe das Geld erfüllen soll.
Für Ihre Rücklage: Das Geld muss kurzfristig verfügbar bleiben. Dafür eignet sich in der Regel Tagesgeld.
Für absehbar nicht benötigtes Geld: Sie kennen ungefähr den Zeitraum, in dem Sie auf das Geld verzichten können. Hier kann Festgeld sinnvoll sein.
Für langfristigen Vermögensaufbau: Sie benötigen das Geld über viele Jahre nicht. Dann können andere Anlageformen eine andere Aufgabe übernehmen.
So entsteht aus einzelnen Finanzprodukten ein System: Erst bestimmen Sie die Aufgabe des Geldes – dann wählen Sie das passende Produkt.
→ Zur Übersicht „Finanzen ordnen und richtig planen“
Festgeldangebote vergleichen
Wenn feststeht, welcher Betrag für welchen Zeitraum nicht benötigt wird, können Sie anschließend konkrete Festgeldangebote vergleichen.
Über den finanzlogik-Zugang zu Raisin können Sie Festgeldangebote verschiedener europäischer Banken vergleichen. Sie können Anlagebetrag und Laufzeit festlegen und die verfügbaren Angebote miteinander vergleichen.
Achten Sie dabei nicht nur auf den Zinssatz. Prüfen Sie auch Laufzeit, Bank, Sitzland und die Angaben zur jeweiligen Einlagensicherung.
Festgeld bedeutet: Erst festlegen, wann Sie das Geld wieder benötigen – danach Zinsen und Angebote vergleichen.