Geld anlegen: Was tun mit freiem Geld?

Geld anlegen beginnt nicht mit der Frage nach dem besten ETF, Fonds oder Zinssatz. Zuerst sollten Sie klären, welchen Teil Ihres Geldes Sie tatsächlich anlegen können und wann Sie ihn wieder benötigen.

Denn Geld für eine unerwartete Ausgabe braucht eine andere Lösung als Geld für ein geplantes neues Auto in drei Jahren. Und Geld, das Sie langfristig nicht benötigen, kann wiederum ganz anders eingesetzt werden.

finanzlogik hilft Ihnen dabei, Ihr Geld zuerst zu ordnen – und danach die passende Form der Geldanlage zu finden.

Bevor Sie Geld anlegen: Ist Ihre Rücklage ausreichend?

Ein Guthaben auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto ist nicht automatisch frei verfügbares Anlagekapital. Ein Teil davon sollte als Rücklage für unerwartete Ausgaben und finanzielle Engpässe verfügbar bleiben.

Deshalb steht bei finanzlogik die Rücklage vor der langfristigen Geldanlage. Erst wenn ausreichend Geld verfügbar bleibt, können Sie überlegen, welcher darüber hinausgehende Betrag für den Vermögensaufbau eingesetzt werden kann.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Geld möglichst schnell anzulegen. Entscheidend ist, dass Sie Ihre langfristige Geldanlage auch dann nicht auflösen müssen, wenn eine größere Rechnung kommt oder Ihr Einkommen vorübergehend ausfällt.

Die Rücklage schafft Sicherheit. Die Geldanlage schafft Chancen. Zusammen wird daraus Vermögensaufbau.

Rücklage und Notgroschen richtig planen

Wann brauchen Sie das Geld wieder?

Wenn Ihre Rücklage steht, ist die nächste Frage nicht sofort: Welche Geldanlage bringt die höchste Rendite?

Entscheidend ist zunächst, wann Sie das Geld voraussichtlich wieder benötigen. Denn davon hängt ab, wie verfügbar es bleiben sollte und welche Wertschwankungen Sie überhaupt in Kauf nehmen können.

Vereinfacht lassen sich drei Situationen unterscheiden: Geld, das jederzeit verfügbar bleiben soll, Geld für eine bereits absehbare Ausgabe und Geld, das langfristig nicht benötigt wird.

Geld, das jederzeit verfügbar bleiben soll

Geld für Ihre Rücklage oder für kurzfristige Ausgaben sollte vor allem schnell verfügbar sein. Hier steht nicht die höchstmögliche Rendite im Vordergrund, sondern die Sicherheit, bei Bedarf auf das Geld zugreifen zu können.

Dafür kann ein Tagesgeldkonto geeignet sein.

Tagesgeldkonto: Rücklagen und kurzfristiges Sparen

Geld, das Sie erst später benötigen

Vielleicht wissen Sie bereits, dass Sie einen bestimmten Betrag in einigen Jahren benötigen – beispielsweise für ein Auto, eine größere Anschaffung oder ein anderes geplantes Vorhaben.

Können Sie auf dieses Geld für einen festgelegten Zeitraum verzichten und möchten keine Kursschwankungen eingehen, kann Festgeld eine Möglichkeit sein.

Festgeld: Wann lohnt sich ein Festgeldkonto?

Geld, das langfristig frei ist

Anders sieht es mit Geld aus, das Sie über viele Jahre voraussichtlich nicht benötigen. Hier können Sie auch Anlageformen einbeziehen, deren Wert zwischenzeitlich schwankt, die dafür aber langfristig höhere Ertragschancen bieten.

Dazu gehören beispielsweise ETFs und Investmentfonds. Damit beginnt der langfristige Vermögensaufbau.

Kurzfristig verfügbar, planbar gebunden oder langfristig investiert – der Zeitpunkt entscheidet mit darüber, welche Geldanlage zu Ihrem Geld passt.

Geld langfristig anlegen: Wie möchten Sie Ihre Geldanlage organisieren?

Steht fest, dass Sie einen Teil Ihres Geldes langfristig nicht benötigen, stellt sich die nächste Frage: Wie möchten Sie Ihre Geldanlage künftig organisieren?

Sie können Anlageentscheidungen selbst treffen und Ihre Geldanlage eigenständig steuern. Oder Sie können diese Aufgabe an eine Vermögensverwaltung übertragen.

Beide Wege können zum langfristigen Vermögensaufbau führen. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie viel Sie selbst entscheiden möchten.

Anlageentscheidungen selbst treffen

Wenn Sie selbst bestimmen möchten, wie Ihr Geld investiert wird, können Sie beispielsweise ETFs oder Investmentfonds auswählen und über ein eigenes Depot investieren.

Dabei entscheiden Sie selbst über Ihre Geldanlage und können diese bei Bedarf verändern. Wer Investmentfonds selbst steuern und zusätzlich mit festen Regeln für Ausstieg und Wiedereinstieg arbeiten möchte, kann dafür das STOP+GO-Risikomanagement nutzen.

ETFs: langfristig selbst investieren

Aktienfonds mit STOP+GO-Risikomanagement

Geldanlage verwalten lassen

Nicht jeder möchte sich selbst mit der Auswahl und laufenden Steuerung seiner Geldanlage beschäftigen.

Bei einer Vermögensverwaltung wird zunächst ermittelt, welche Anlagestrategie zu Ihrer finanziellen Situation, Ihren Zielen und Ihrer Risikobereitschaft passt. Die laufenden Anlageentscheidungen innerhalb dieser Strategie übernimmt anschließend die Vermögensverwaltung.

Das kann interessant sein, wenn Sie langfristig investieren möchten, ohne einzelne Fonds oder ETFs selbst auswählen und laufend verwalten zu müssen.

Sie bestimmen die grundlegenden Rahmenbedingungen Ihrer Geldanlage. Die laufenden Anlageentscheidungen delegieren Sie an eine Vermögensverwaltung.

Vermögensverwaltung: Geld langfristig verwalten lassen

Selbst entscheiden oder Anlageentscheidungen deligieren – entscheidend ist, dass die Form der Geldanlage auch zu der Art passt, wie Sie sich künftig darum kümmern möchten.

Mehr Geld vorhanden als Sie als Rücklage benötigen?

Vielleicht haben Sie Ihre Rücklage bereits aufgebaut und auf Ihrem Giro- oder Tagesgeldkonto liegt inzwischen mehr Geld, als Sie für unerwartete Ausgaben benötigen.

Dann lohnt sich eine neue Frage: Welcher Teil dieses Geldes muss weiterhin verfügbar bleiben – und welcher Teil wird in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht benötigt?

Liegt Ihr vorhandenes Guthaben über Ihrer geplanten Rücklage, entsteht zunächst ein möglicher Überschuss. Dieser Überschuss ist aber nicht automatisch vollständig für eine langfristige Geldanlage bestimmt. Geplante größere Ausgaben sollten vorher berücksichtigt werden.

Ein einfaches Beispiel

Sie möchten 15.000 Euro als Rücklage verfügbar halten und verfügen insgesamt über 25.000 Euro frei verfügbares Guthaben.

Rechnerisch liegen damit 10.000 Euro über Ihrer geplanten Rücklage. Planen Sie davon beispielsweise noch 4.000 Euro für eine größere Ausgabe ein, bleiben 6.000 Euro, über deren langfristige Verwendung Sie nachdenken können.

Rücklage sichern. Geplante Ausgaben berücksichtigen. Erst danach den langfristig freien Betrag bestimmen.

Einmal Geld anlegen oder regelmäßig Vermögen aufbauen?

Für den Vermögensaufbau müssen Sie nicht erst eine große Summe angespart haben. Vielleicht verfügen Sie bereits über einen Betrag, den Sie langfristig nicht benötigen. Vielleicht bleibt aber auch jeden Monat Geld übrig – oder beides trifft gleichzeitig zu.

Einen vorhandenen langfristig freien Betrag können Sie als Einmalanlage einsetzen. Mit einem regelmäßigen Sparbetrag können Sie Ihren Vermögensaufbau anschließend Monat für Monat fortsetzen.

Beides lässt sich auch miteinander verbinden: Sie starten mit vorhandenem Kapital und bauen Ihr Vermögen zusätzlich mit einer monatlichen Sparrate weiter auf.

Einmalanlage und Sparrate kombinieren

Nach Abzug Ihrer Rücklage und geplanter Ausgaben stehen Ihnen 6.000 Euro langfristig zur Verfügung. Zusätzlich können Sie jeden Monat 150 Euro für Ihren Vermögensaufbau einsetzen.

Dann müssen Sie sich nicht zwischen Einmalanlage und regelmäßigem Sparen entscheiden. Beide Beträge können Teil desselben langfristigen Plans sein.

Vermögensaufbau kann mit vorhandenem Kapital beginnen und mit regelmäßigen Sparbeträgen weitergehen.

Geld anlegen mit einem Plan

Eine passende Geldanlage beginnt nicht mit einem bestimmten Produkt. Zuerst sollten Sie wissen, welches Geld verfügbar bleiben muss, welche Ausgaben bereits absehbar sind und welchen Betrag Sie tatsächlich langfristig nicht benötigen.

Erst danach geht es um die Umsetzung: Soll das Geld jederzeit verfügbar bleiben, für einen bestimmten Zeitraum sicher angelegt oder langfristig investiert werden? Und möchten Sie Ihre langfristige Geldanlage selbst steuern oder Anlageentscheidungen abgeben?

So entsteht Schritt für Schritt ein Finanzplan, bei dem nicht jedes Geld gleich behandelt wird, sondern jeder Teil Ihres Vermögens eine klare Aufgabe bekommt.

Überblick schaffen → Rücklage sichern → geplante Ausgaben berücksichtigen → langfristig freien Betrag bestimmen → passende Geldanlage wählen

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