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Notgroschen und Rücklagen: Wie viel Geld sollten Sie zurücklegen?
Wer Vermögen aufbauen oder für das Alter vorsorgen möchte, denkt häufig zuerst an Sparpläne, ETF, Fonds oder andere langfristige Geldanlagen. Dabei wird eine wichtige Grundlage schnell übersehen: eine ausreichende finanzielle Rücklage.
Denn was passiert, wenn plötzlich eine größere Ausgabe anfällt oder das Einkommen vorübergehend sinkt? Fehlt dann frei verfügbares Geld, muss möglicherweise ein Kredit aufgenommen oder auf Geld zurückgegriffen werden, das eigentlich langfristig angelegt bleiben sollte.
Eine Rücklage ist deshalb nicht das Geld, das beim Vermögensaufbau übrig bleibt. Sie ist die Grundlage dafür.
Ihre Rücklage hat drei Aufgaben
Ein Notgroschen wird häufig nur mit unerwarteten Rechnungen verbunden. Eine gut geplante Rücklage kann aber deutlich mehr. Bei finanzlogik erfüllt sie drei wichtige Aufgaben:
1. Ausgaben auffangen
Nicht jede größere Ausgabe lässt sich planen. Eine unerwartete Zahnarztrechnung, medizinische Kosten, notwendige Ausgaben für die Kinder, eine Reparatur am Haus oder in der Wohnung oder eine kurzfristig höhere Rechnung können das monatliche Budget schnell übersteigen.
Mit einer ausreichenden Rücklage können Sie solche Ausgaben bezahlen, ohne dafür sofort einen Kredit aufnehmen oder langfristig angelegtes Geld verwenden zu müssen.
2. Zeit überbrücken
Auch ein regelmäßiges Einkommen kann vorübergehend wegfallen oder geringer ausfallen. Arbeitslosigkeit, längere Krankheit oder eine berufliche Veränderung können dazu führen, dass zeitweise weniger Geld zur Verfügung steht.
Ihre Rücklage verschafft Ihnen in einer solchen Situation Zeit. Sie können Ihre laufenden Verpflichtungen weiter bezahlen und müssen nicht jede finanzielle Entscheidung unter Zeitdruck treffen.
3. Vermögen schützen
Dieser Punkt wird häufig unterschätzt: Eine Rücklage schützt auch das Vermögen, das Sie bereits aufgebaut haben.
Wer langfristig Geld anlegt, sollte dieses Geld nicht bei der ersten größeren ungeplanten Ausgabe wieder benötigen. Sonst müssen möglicherweise Geldanlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft oder langfristige Spar- und Vorsorgepläne unterbrochen werden.
Die Rücklage sorgt dafür, dass langfristig angelegtes Geld auch langfristig angelegt bleiben kann.
Wie hoch sollte Ihre Rücklage sein?
Die richtige Höhe einer Rücklage lässt sich nicht für jeden Menschen mit derselben Zahl beantworten. Entscheidend ist, wie regelmäßig Ihr Einkommen ist, welche laufenden Verpflichtungen Sie haben und welchen Zeitraum Ihre Rücklage im Ernstfall überbrücken soll.
Bei finanzlogik dient die Rücklage deshalb nicht nur dazu, einzelne unerwartete Rechnungen zu bezahlen. Sie soll auch genügend finanziellen Spielraum schaffen, wenn das Einkommen vorübergehend geringer ausfällt oder ganz wegfällt.
Arbeitnehmer: etwa drei Monatsnettoeinkommen als Orientierung
Für Arbeitnehmer sind etwa drei Monatsnettoeinkommen eine gute Orientierung für die Rücklage.
Wer beispielsweise 3.000 Euro netto im Monat verdient, würde damit zunächst eine Rücklage von rund 9.000 Euro anstreben.
Das ist keine starre Vorgabe. Familie, Wohneigentum, größere laufende Verpflichtungen oder die persönliche berufliche Situation können dafür sprechen, die Rücklage höher anzusetzen.
Selbständige brauchen eine andere Betrachtung
Bei Selbständigen hängt die Höhe der Rücklage stärker davon ab, wie das private Einkommen organisiert ist.
Zahlen Sie sich regelmäßig einen weitgehend festen Betrag als persönliches Einkommen aus, kann dieser Betrag ähnlich wie bei einem Arbeitnehmer als Orientierung dienen.
Schwankt Ihr persönliches Einkommen dagegen mit dem Gewinn des Unternehmens, arbeitet finanzlogik mit einer anderen Orientierung: Mindestens 10 Prozent des jährlichen Gewinns sollten als Rücklage vorgesehen werden.
Gerade bei schwankenden Einnahmen ist eine ausreichende Rücklage wichtig, weil nicht nur unerwartete Ausgaben, sondern auch schwächere Monate überbrückt werden müssen.
Entscheidend ist nicht, die Rücklage auf den Euro genau zu berechnen. Sie sollte groß genug sein, damit eine unerwartete finanzielle Belastung nicht sofort Ihren langfristigen Vermögensaufbau gefährdet.
Eine Rücklage, die sich selbst wieder auffüllt
Eine Rücklage sollte nicht einmal angespart und anschließend vergessen werden. Bei finanzlogik gehört deshalb ein dauerhafter monatlicher Dauerauftrag zum Rücklagenkonzept.
Der Betrag richtet sich nach Ihrer finanziellen Situation und kann angepasst werden, wenn sich Ihr Einkommen verändert. Der Dauerauftrag selbst läuft jedoch weiter – auch dann, wenn Ihre gewünschte Rücklage bereits erreicht ist.
Wenn Sie Geld aus der Rücklage benötigen
Müssen Sie beispielsweise eine unerwartete Rechnung bezahlen oder einen Einkommensausfall überbrücken, greifen Sie auf Ihre Rücklage zurück.
Der Dauerauftrag läuft trotzdem weiter. Dadurch wird die entnommene Rücklage in den folgenden Monaten automatisch wieder aufgefüllt.
Sie müssen also nicht jedes Mal neu entscheiden, wann Sie wieder mit dem Aufbau Ihrer Rücklage beginnen. Das passiert automatisch.
Wenn Sie die Rücklage nicht benötigen
Bleibt Ihre Rücklage unangetastet, wächst das Guthaben irgendwann über den Betrag hinaus, den Sie eigentlich als Rücklage benötigen.
Genau das ist gewollt.
Bleibt Ihre Rücklage unangetastet, wächst das Guthaben irgendwann über den Betrag hinaus, den Sie eigentlich als Rücklage benötigen. Genau das ist gewollt.
Ihre eigentliche Rücklage bleibt bestehen – und der monatliche Dauerauftrag läuft weiter.
So wird aus dem Notgroschen ein Kreislauf: Die Rücklage schützt Ihr Vermögen, füllt sich nach einer Entnahme wieder auf und kann bei einem Überschuss selbst zum weiteren Vermögensaufbau beitragen.
Dauerauftrag → Rücklage → Entnahme oder Überschuss → Rücklage auffüllen oder Vermögen aufbauen
Wo sollte die Rücklage liegen?
Eine Rücklage muss vor allem eines sein: verfügbar, wenn Sie sie brauchen.
Deshalb gehört dieses Geld nicht in eine langfristige Geldanlage, bei der der Wert schwanken kann oder Sie nicht kurzfristig darauf zugreifen können. Auch Festgeld ist für die eigentliche Rücklage nur eingeschränkt geeignet, weil das Geld für einen vereinbarten Zeitraum gebunden ist.
Für die Rücklage bietet sich deshalb ein separates Tagesgeldkonto an. Das Geld bleibt vom laufenden Zahlungsverkehr getrennt, ist aber bei Bedarf kurzfristig verfügbar.
Sie wissen, wie hoch Ihre Rücklage sein soll?
→ Tagesgeldkonto für die Rücklage
Warum die Rücklage vor der Geldanlage kommt
Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, sollte Geld anlegen können, ohne es bei der nächsten unerwarteten Ausgabe wieder zu benötigen.
Deshalb steht bei finanzlogik die Rücklage vor dem mittel- und langfristigen Vermögensaufbau.
Das gilt auch für die Altersvorsorge. Wer bereits in eine Rentenversicherung, Lebensversicherung, Fondsanlage oder einen ETF-Sparplan einzahlt, aber kaum frei verfügbare Rücklagen besitzt, hat zwar für später vorgesorgt – für finanzielle Engpässe heute fehlt jedoch der Puffer.
Eine größere Ausgabe oder ein vorübergehender Einkommensausfall kann dann dazu führen, dass Sparpläne unterbrochen, Geldanlagen verkauft oder langfristige Vorsorgeverträge verändert werden müssen.
Die Rücklage kostet Sie keinen Vermögensaufbau. Sie hilft dabei, ihn durchzuhalten.
Prüfen Sie Ihre Rücklage einmal im Jahr
Einkommen, laufende Kosten und Lebenssituation verändern sich. Prüfen Sie deshalb einmal im Jahr, ob die Höhe Ihrer Rücklage und der monatliche Dauerauftrag noch zu Ihrer aktuellen Situation passen.
Ist mehr Geld vorhanden als für die Rücklage benötigt wird, können Sie über den Überschuss neu entscheiden.
Was passiert mit dem Überschuss?
Ist Ihre gewünschte Rücklage vollständig vorhanden und darüber hinaus weiteres Geld auf dem Rücklagenkonto angespart worden, können Sie über diesen Überschuss neu entscheiden.
Vielleicht steht eine größere geplante Ausgabe an. Vielleicht möchten Sie einen Kredit schneller zurückzahlen. Oder das Geld wird nicht benötigt und kann in den langfristigen Vermögensaufbau fließen.
Die Rücklage bleibt bestehen. Nur der Betrag, der darüber hinausgewachsen ist, bekommt eine neue Aufgabe.
Dauerauftrag → Rücklage voll → jährlicher Check → Überschuss → Vermögensaufbau
Wenn die Rücklage steht, kann Vermögensaufbau beginnen
Eine ausreichende Rücklage schafft die finanzielle Grundlage für die nächsten Schritte. Unerwartete Ausgaben können aufgefangen, vorübergehende Einkommensausfälle überbrückt und bereits aufgebautes Vermögen geschützt werden.
Geld, das Sie darüber hinaus mittel- oder langfristig nicht benötigen, kann nun für weitere finanzielle Ziele eingesetzt werden.
Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell möglichst viel zu investieren. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge: erst finanzielle Stabilität schaffen, dann langfristig Vermögen aufbauen.
Und weil Ihr Dauerauftrag für die Rücklage weiterläuft, bleibt dieses Fundament erhalten. Wird Geld entnommen, baut sich die Rücklage wieder auf. Entsteht ein Überschuss, kann dieser beim nächsten Rücklagencheck für neue Ziele eingesetzt werden.
So wird Ihre Rücklage vom Notgroschen zu einem aktiven Bestandteil Ihres Vermögensaufbaus.