Wenn Krankheit plötzlich auch zur finanziellen Frage wird
Vielleicht kennen Sie solche Situationen aus dem eigenen Umfeld: Ein Arbeitskollege fällt nach einer Erkrankung monatelang aus. Jemand aus dem Bekanntenkreis kann nach einem Unfall seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben. Oder gesundheitliche Beschwerden entwickeln sich über längere Zeit und eine Rückkehr an den Arbeitsplatz wird immer ungewisser.
Von außen sieht man dabei meistens zuerst die gesundheitliche Situation. Weniger sichtbar ist, was während dieser Zeit mit dem Einkommen passiert.
Was würde eine solche Situation für Sie bedeuten, wenn aus einigen Wochen plötzlich Monate werden?
Am Anfang wissen Sie nicht, wie die Geschichte ausgeht
Wenn Sie krank werden, wissen Sie normalerweise nicht, ob Sie nach einigen Wochen wieder arbeiten, mehrere Monate für Ihre Genesung benötigen oder Ihren bisherigen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben können.
Für Ihr Einkommen macht dieser Verlauf jedoch einen erheblichen Unterschied.
Der mögliche Verlauf auf einen Blick
Heute: Sie arbeiten und erhalten Ihr normales Einkommen.
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Sie werden krank: Als Arbeitnehmer erhalten Sie zunächst in der Regel weiterhin Ihr Arbeitsentgelt.
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Sie bleiben länger krank: Nach der Entgeltfortzahlung folgt bei gesetzlich versicherten Arbeitnehmern grundsätzlich Krankengeld. Jetzt kann eine erste Einkommenslücke entstehen.
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Die Arbeitsunfähigkeit dauert an: Ist in Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung eine AU-Klausel vereinbart und sind deren Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie die vereinbarte monatliche AU-Leistung.
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Irgendwann trennen sich die Wege
Sie werden wieder gesund
Sie kehren vollständig oder schrittweise in Ihr Berufsleben zurück. Die Phase des Einkommensausfalls endet.
oder
Sie sind berufsunfähig
Sind die Voraussetzungen Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung erfüllt, erhalten Sie die vereinbarte BU-Rente.
Am ersten Krankheitstag wissen Sie noch nicht, welchen Weg die Erkrankung nehmen wird. Ihre finanzielle Absicherung muss aber während dieses Verlaufs funktionieren.
Was passiert mit Ihrem Einkommen, wenn Sie länger krank sind?
Stellen Sie sich den Verlauf auf einer Zeitachse vor: Heute erhalten Sie Ihr normales Einkommen. Dann werden Sie krank und können nicht arbeiten. Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr kann sich verändern, woher Ihr Einkommen kommt und wie hoch es ist.
Die ersten 6 Wochen
Arbeitnehmer erhalten bei Arbeitsunfähigkeit in der Regel zunächst bis zu sechs Wochen ihr Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber weiter.
Ihr Einkommen läuft zunächst weiter.
Danach: Krankengeld
Sind Sie gesetzlich krankenversichert und weiterhin arbeitsunfähig, zahlt anschließend grundsätzlich die Krankenkasse Krankengeld. Dieses entspricht nicht einfach dem bisherigen Nettogehalt. Nach derzeit geltender Regelung beträgt es 70 % des regelmäßigen Bruttoarbeitsentgelts, höchstens jedoch 90 % des letzten Nettoarbeitsentgelts; zusätzlich gelten weitere Grenzen und Abzüge.
Hier kann die erste Einkommenslücke entstehen.
Wenn aus Monaten eine lange Zeit wird
Krankengeld ersetzt das Arbeitseinkommen nicht unbegrenzt. Wegen derselben Krankheit ist es einschließlich der Zeit der Entgeltfortzahlung grundsätzlich auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren begrenzt.
Spätestens jetzt wird eine andere Frage wichtig: Können Sie Ihren bisherigen Beruf wieder ausüben – und wenn nicht, welche Einkünfte stehen Ihnen dann zur Verfügung?
Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung sind zwei verschiedene Fragen
Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung knüpft an die im Vertrag vereinbarte Berufsunfähigkeit an. Bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente geht es dagegen grundsätzlich darum, wie viele Stunden Sie noch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können.
Weniger als drei Stunden täglich können eine volle, drei bis unter sechs Stunden eine teilweise Erwerbsminderung bedeuten. Zusätzlich müssen versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein.
Ihr bisheriger Beruf und Ihre Erwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sind also nicht dasselbe.
Der entscheidende Unterschied
Die AU-Leistung begleitet eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit für den im Vertrag vereinbarten Zeitraum. Die BU-Rente knüpft dagegen an die festgestellte Berufsunfähigkeit an.
Sie wissen am Anfang einer Erkrankung häufig noch nicht, ob Sie wieder vollständig gesund werden oder ob daraus eine dauerhafte Einschränkung Ihres Berufs entsteht. Genau deshalb ist nicht nur der mögliche Endpunkt Berufsunfähigkeit interessant, sondern auch die finanzielle Zeit bis dahin.
Deshalb reicht eine Momentaufnahme nicht
Entscheidend ist nicht nur: „Wie viel Geld fehlt mir, wenn ich berufsunfähig bin?“
Ebenso wichtig ist die Frage, wann während eines längeren Krankheitsverlaufs eine Lücke entsteht, wie groß sie in dieser Phase ist und welche Leistungen dann tatsächlich zur Verfügung stehen.
Ein Mensch, eine Erkrankung – verschiedene finanzielle Situationen
1. Sie werden krank
Sie erhalten als Arbeitnehmer zunächst weiterhin Ihr Arbeitsentgelt.
Finanziell verändert sich zunächst wenig.
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2. Sie sind nach sechs Wochen weiterhin arbeitsunfähig
Die Entgeltfortzahlung endet. Bei gesetzlich Versicherten folgt grundsätzlich Krankengeld.
Das Krankengeld liegt unter dem bisherigen Arbeitseinkommen. Jetzt entsteht eine erste Einkommenslücke.
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3. Die Arbeitsunfähigkeit dauert länger an
Sie haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit AU-Klausel und beispielsweise 1.500 € monatliche BU-Rente vereinbart.
Sind die Voraussetzungen der AU-Klausel erfüllt, erhalten Sie die vereinbarten 1.500 € monatlich als AU-Leistung.
Ihre Einkommenssituation verändert sich erneut.
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Und jetzt kann die Geschichte unterschiedlich weitergehen
Sie werden wieder gesund
Sie kehren in Ihren Beruf zurück und erhalten wieder Ihr Arbeitseinkommen. Die AU-Leistung endet entsprechend den vereinbarten Bedingungen.
oder
Sie werden berufsunfähig
Die Voraussetzungen für Berufsunfähigkeit sind erfüllt. Sie erhalten die vereinbarte monatliche BU-Rente von 1.500 € nach den Bedingungen Ihres Vertrags.
Der eigentliche Punkt
Berufsunfähigkeit beginnt finanziell nicht unbedingt erst an dem Tag, an dem Berufsunfähigkeit festgestellt wird.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
„Wie viel Geld brauche ich, wenn ich berufsunfähig bin?“
Sondern auch:
„Was passiert mit meinem Einkommen, solange noch gar nicht feststeht, ob ich wieder gesund werde oder berufsunfähig bleibe?“
Eine passende Absicherung sollte deshalb nicht nur den möglichen Endpunkt Berufsunfähigkeit betrachten, sondern auch den finanziellen Verlauf einer längeren Erkrankung.
Welche monatliche BU-Rente passt zu Ihrer Situation?
Die Höhe der vereinbarten Rente muss vor allem dann funktionieren, wenn Ihr Arbeitseinkommen langfristig nicht mehr zur Verfügung steht.
Ausgangspunkt ist deshalb die Frage: Welchen Betrag benötigen Sie jeden Monat, um Ihren Lebensunterhalt, Ihre Verpflichtungen und Ihre weitere finanzielle Planung tragen zu können – und welche verlässlichen Einkünfte bleiben Ihnen dann noch?
Wie hoch sollte Ihre monatliche BU-Rente sein?
Bei Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung vereinbaren Sie eine monatliche Rentenhöhe.
Diese sollte zu dem Betrag passen, der Ihnen bei einem längerfristigen Ausfall Ihrer Arbeitskraft monatlich fehlen würde.
Entscheidend sind deshalb nicht irgendwelche pauschalen Prozentsätze vom Einkommen, sondern Ihre persönliche finanzielle Situation: Welche Ausgaben müssen weitergetragen werden? Welche verlässlichen Einkünfte bleiben bestehen? Und welcher Betrag fehlt anschließend?
Monatlicher Bedarf – verlässlich vorhandene Einkünfte = Betrag, den Sie zusätzlich absichern müssen.
Ein einfaches Beispiel
Sie benötigen monatlich 2.200 €, um Ihren Lebensunterhalt, Ihre laufenden Verpflichtungen und Ihre weitere finanzielle Planung zu tragen.
Verlässlich stehen Ihnen in der betrachteten Situation noch 700 € monatlich zur Verfügung.
Es verbleibt eine monatliche Lücke von 1.500 €.
Diese 1.500 € sind der Ausgangspunkt für die Frage, welche monatliche BU-Rente Sie benötigen.
Was bedeutet das für Ihre Absicherung?
Eine längere Krankheit kann finanziell verschiedene Phasen haben. Deshalb sollte die Frage nicht nur lauten: „Was bekomme ich, wenn ich berufsunfähig werde?“
Genauso wichtig ist die Zeit davor. Wie verändert sich Ihr Einkommen während einer längeren Arbeitsunfähigkeit? Welche Leistungen stehen bereits zur Verfügung? Ist eine AU-Klausel vereinbart? Und reicht die vereinbarte monatliche Rente für Ihre persönliche finanzielle Situation?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte deshalb nicht isoliert als Produkt betrachtet werden. Entscheidend ist, welche Aufgabe sie in Ihrem persönlichen Einkommensverlauf übernehmen soll.
Erst verstehen, was finanziell passieren kann. Dann festlegen, welche Absicherung Sie dafür brauchen.
Sie möchten jetzt genauer prüfen, was für Sie passt?
→ Worauf Sie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten sollten