Motorradversicherung: Antworten auf wichtige Fragen
Bei der Motorradversicherung geht es nicht nur darum, einen günstigen Tarif zu finden. Entscheidend ist zunächst, welchen Versicherungsschutz Sie für Ihr Motorrad benötigen und welche finanziellen Risiken Sie selbst tragen können oder möchten.
Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist die Grundlage. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob Teilkasko oder Vollkasko sinnvoll ist, welche Selbstbeteiligung zu Ihrer Situation passt und welche zusätzlichen Leistungen Sie tatsächlich benötigen.
Auch Saisonkennzeichen, Nutzung und Wert des Motorrads können bei der Auswahl des Versicherungsschutzes eine Rolle spielen.
Wählen Sie zunächst die Frage, die zu Ihrer Situation passt.
Was möchten Sie klären?
→ Welche Versicherung brauche ich für mein Motorrad?
→ Was zahlt die Motorrad-Haftpflichtversicherung?
→ Teilkasko oder Vollkasko – was passt zu meinem Motorrad?
→ Wann kann ich auf eine Vollkaskoversicherung verzichten?
→ Welche Selbstbeteiligung ist bei der Motorradversicherung sinnvoll?
→ Welche Leistungen sollte ich bei einer Motorradversicherung prüfen?
→ Brauche ich einen Schutzbrief oder andere Zusatzleistungen?
→ Saisonkennzeichen – wann kann es sinnvoll sein?
→ Was passiert mit meinem Schadenfreiheitsrabatt nach einem Unfall?
→ Kleinen Schaden selbst bezahlen oder der Versicherung melden?
→ Neues Motorrad – wann brauche ich eine eVB-Nummer?
→ Meine Motorradversicherung wird teurer – prüfen oder wechseln?
→ Wann kann ich meine Motorradversicherung kündigen?
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Wenn Sie bereits wissen, welchen Versicherungsschutz Sie benötigen, können Sie anschließend passende Motorradversicherungen vergleichen.
Vergleichen Sie dabei nicht nur den Beitrag, sondern auch Haftpflichtschutz, Kaskoumfang, Selbstbeteiligung und die für Sie relevanten Leistungen.
→ Motorradversicherung vergleichen
Welche Versicherung brauche ich für mein Motorrad?
Für ein zulassungspflichtiges Motorrad benötigen Sie eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Schäden, die durch das versicherte Fahrzeug anderen entstehen.
Ob Sie zusätzlich eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung benötigen, hängt von Ihrem Motorrad und Ihrer finanziellen Situation ab.
Entscheidend sind insbesondere Wert und Alter des Motorrads, die Art der Nutzung und die Frage, welchen Verlust Sie selbst tragen könnten oder möchten.
Bei einem hochwertigen oder finanzierten Motorrad kann ein größerer Eigenschaden finanziell schwer zu tragen sein. Bei einem älteren Motorrad mit geringerem Wert kann die Abwägung anders aussehen.
Haftpflicht schützt vor Schäden gegenüber anderen – Kasko schützt bestimmte finanzielle Risiken am eigenen Motorrad.
Was zahlt die Motorrad-Haftpflichtversicherung?
Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt berechtigte Schadenersatzansprüche, wenn durch das versicherte Motorrad andere geschädigt werden.
Dabei kann es um Personenschäden, Sachschäden und daraus entstehende Vermögensschäden gehen. Gerade bei Unfällen mit Personenschäden können die finanziellen Folgen erheblich sein.
Gleichzeitig prüft der Versicherer, ob gegen Sie erhobene Ansprüche berechtigt sind. Unberechtigte Ansprüche werden im Rahmen des Versicherungsschutzes abgewehrt.
Schäden am eigenen Motorrad werden durch die Haftpflichtversicherung dagegen grundsätzlich nicht ersetzt. Dafür kann – abhängig von der Schadenursache – eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung zuständig sein.
Motorrad-Haftpflicht = Schäden gegenüber anderen. Kasko = bestimmte Schäden am eigenen Motorrad.
Teilkasko oder Vollkasko – was passt zu meinem Motorrad?
Teilkasko und Vollkasko sichern unterschiedliche Risiken am eigenen Motorrad ab.
Die Teilkaskoversicherung kann je nach Vertrag beispielsweise Schäden durch Diebstahl, Brand, Sturm, Hagel, Überschwemmung oder bestimmte Zusammenstöße mit Tieren absichern.
Die Vollkaskoversicherung umfasst zusätzlich insbesondere selbst verursachte Unfallschäden am eigenen Motorrad sowie Schäden durch mut- oder böswillige Beschädigung durch Dritte im Rahmen der vereinbarten Bedingungen.
Gerade beim Motorrad sollte die Entscheidung nicht allein vom Fahrzeugalter abhängen. Fragen Sie sich vielmehr: Wie hoch ist der aktuelle Wert meines Motorrads und könnte ich einen schweren Schaden oder Totalverlust aus eigenen Mitteln ersetzen?
Nicht das Alter allein entscheidet – sondern vor allem Motorradwert, möglicher Eigenverlust und Ihre finanzielle Tragfähigkeit.
Wann kann ich auf eine Vollkaskoversicherung verzichten?
Eine feste Altersgrenze, ab der eine Vollkaskoversicherung für ein Motorrad grundsätzlich nicht mehr sinnvoll ist, gibt es nicht.
Entscheidend sind vielmehr der aktuelle Wert des Motorrads, der Mehrbeitrag gegenüber einer Teilkaskoversicherung und Ihre finanzielle Möglichkeit, einen größeren Eigenschaden selbst zu tragen.
Fragen Sie sich beispielsweise: Wenn das Motorrad morgen durch einen selbst verursachten Unfall erheblich beschädigt oder zerstört würde – könnten und wollten Sie diesen Verlust selbst bezahlen?
Bei einem finanzierten oder geleasten Motorrad können außerdem Vorgaben des Kredit- oder Leasinggebers eine Rolle spielen.
Sinkt der Fahrzeugwert und könnten Sie einen größeren Verlust problemlos aus eigenen Mitteln tragen, kann der Umfang des Kaskoschutzes neu geprüft werden.
Vollkasko nicht allein nach dem Alter beurteilen → Motorradwert, Mehrbeitrag und möglichen Eigenverlust gegenüberstellen.
Welche Selbstbeteiligung ist bei der Motorradversicherung sinnvoll?
Mit einer Selbstbeteiligung übernehmen Sie einen Teil eines Kaskoschadens selbst. Eine höhere Selbstbeteiligung kann den Versicherungsbeitrag reduzieren, erhöht aber gleichzeitig Ihren Eigenanteil im Schadenfall.
Deshalb sollte die Selbstbeteiligung zu Ihrer finanziellen Rücklage passen. Entscheidend ist nicht nur die mögliche Beitragsersparnis, sondern ob Sie den vereinbarten Betrag jederzeit aus eigenen Mitteln bezahlen können.
Teilkasko und Vollkasko können unterschiedliche Selbstbeteiligungen haben. Prüfen Sie beide Beträge getrennt und berücksichtigen Sie auch Selbstbeteiligungen aus anderen Versicherungen.
Eine höhere Selbstbeteiligung senkt möglicherweise den Beitrag – gleichzeitig übernehmen Sie einen größeren Teil des Risikos selbst.
→ Selbstbeteiligungen bei Versicherungen richtig einplanen
Welche Leistungen sollte ich bei einer Motorradversicherung prüfen?
Auch bei der Motorradversicherung sollte nicht nur der Beitrag verglichen werden. Entscheidend ist, welche Leistungen im Schadenfall tatsächlich vereinbart sind.
Bei der Haftpflicht sollten Sie insbesondere auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme achten. Bei Teilkasko und Vollkasko kommen weitere Leistungsunterschiede hinzu.
Je nach Motorrad und Nutzung können beispielsweise Diebstahlschutz, Schäden durch Tiere, Tierbiss und Folgeschäden, grobe Fahrlässigkeit, Neuwert- oder Kaufpreisentschädigung sowie Versicherungsschutz im Ausland relevant sein.
Prüfen Sie deshalb nicht möglichst viele Tarifmerkmale, sondern zuerst, welche Schäden für Sie finanziell relevant wären und welche davon Sie absichern möchten.
Leistungen nach dem tatsächlichen Risiko auswählen – nicht nach der Länge der Tarifliste.
Brauche ich einen Schutzbrief oder andere Zusatzleistungen?
Ein Schutzbrief kann bei einer Panne oder einem Unfall Unterstützung bieten. Je nach Vertrag können beispielsweise Pannenhilfe, Abschleppen oder weitere Hilfeleistungen eingeschlossen sein.
Prüfen Sie zunächst, ob vergleichbare Leistungen bereits über einen Automobilclub, eine Mobilitätsgarantie oder einen anderen bestehenden Schutz vorhanden sind.
Auch weitere Zusatzbausteine sollten nicht automatisch eingeschlossen werden. Entscheidend ist, welches konkrete Risiko damit abgesichert wird und ob Sie dafür bereits anderweitig geschützt sind.
Zusatzleistungen erst auswählen, wenn klar ist, welche Lücke damit tatsächlich geschlossen wird.
Saisonkennzeichen – wann kann es sinnvoll sein?
Wenn Sie Ihr Motorrad nur während eines bestimmten Teils des Jahres nutzen, kann ein Saisonkennzeichen eine Möglichkeit sein, die Zulassung auf diesen Zeitraum zu begrenzen.
Entscheidend ist aber nicht allein eine mögliche Beitragsersparnis. Das Motorrad darf außerhalb des eingetragenen Saisonzeitraums nicht im öffentlichen Verkehrsraum gefahren oder dort abgestellt werden.
Prüfen Sie außerdem, welcher Versicherungsschutz außerhalb der Saison bestehen bleibt und wie sich der gewählte Zeitraum auf Ihre Schadenfreiheitsentwicklung auswirkt.
Der Saisonzeitraum sollte deshalb zu Ihrer tatsächlichen Nutzung passen und nicht nur möglichst kurz gewählt werden.
Saisonkennzeichen nach der tatsächlichen Nutzung wählen – nicht allein nach dem niedrigsten Beitrag.
Was passiert mit meinem Schadenfreiheitsrabatt nach einem Unfall?
Wird ein Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden über die Motorradversicherung reguliert, kann sich das auf Ihre Schadenfreiheitsklasse und damit auf zukünftige Beiträge auswirken.
Wie stark eine Rückstufung ausfällt, hängt vom jeweiligen Tarif und den Rückstufungsregeln des Versicherers ab.
Deshalb sollte bei kleineren Schäden nicht nur die aktuelle Schadenhöhe betrachtet werden. Auch mögliche Mehrbeiträge in den folgenden Jahren können für die Entscheidung eine Rolle spielen.
Nicht nur den aktuellen Schaden betrachten – eine Regulierung kann auch zukünftige Beiträge beeinflussen.
Kleinen Schaden selbst bezahlen oder der Versicherung melden?
Bei einem kleineren Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden kann es wirtschaftlich sinnvoll sein zu prüfen, ob Sie die Kosten selbst übernehmen.
Vergleichen Sie dazu Schadenhöhe, vereinbarte Selbstbeteiligung und mögliche zukünftige Mehrbeiträge durch eine Rückstufung.
Je nach Versicherer und Vertrag kann außerdem die Möglichkeit bestehen, einen bereits regulierten Schaden innerhalb einer bestimmten Frist zurückzuzahlen und dadurch eine Rückstufung zu vermeiden.
Die wirtschaftliche Entscheidung, einen Schaden selbst zu tragen, ist allerdings von möglichen vertraglichen Meldepflichten zu unterscheiden. Beachten Sie deshalb die Bedingungen Ihres Vertrages.
Schadenhöhe und mögliche Folgekosten vergleichen → dann entscheiden, ob Sie den Schaden wirtschaftlich selbst tragen möchten.
Neues Motorrad – wann brauche ich eine eVB-Nummer?
Für die Zulassung eines Motorrads benötigen Sie in der Regel eine elektronische Versicherungsbestätigung, kurz eVB. Sie weist gegenüber der Zulassungsbehörde den erforderlichen Haftpflichtversicherungsschutz nach.
Die eVB erhalten Sie von einem Kfz-Versicherer. Dafür werden bereits Angaben zum Fahrzeug und zur gewünschten Versicherung benötigt.
Wenn ausreichend Zeit besteht, sollten Sie deshalb vorher klären, welchen Haftpflicht- und gegebenenfalls Kaskoschutz Sie für das Motorrad benötigen.
Erst Versicherungsschutz klären → passenden Tarif wählen → eVB für die Zulassung erhalten.
Meine Motorradversicherung wird teurer – prüfen oder wechseln?
Steigt der Beitrag Ihrer Motorradversicherung, sollten Sie zunächst prüfen, wodurch sich der neue Beitrag verändert hat.
Anschließend können Sie den bestehenden Versicherungsschutz mit anderen Angeboten vergleichen. Achten Sie dabei nicht nur auf den Preis, sondern darauf, ob Haftpflichtschutz, Kasko, Selbstbeteiligung und wichtige Leistungen tatsächlich vergleichbar sind.
Bei bestimmten Beitragserhöhungen kann ein besonderes Kündigungsrecht bestehen. Ob dieses greift und welche Frist gilt, sollte anhand der konkreten Mitteilung des Versicherers und Ihres Vertrages geprüft werden.
Erst Beitragsänderung verstehen → Versicherungsschutz vergleichen → dann über einen Wechsel entscheiden.
→ Motorradversicherung vergleichen
Wann kann ich meine Motorradversicherung kündigen?
Anders als häufig bei Pkw-Verträgen sollte bei einer Motorradversicherung nicht automatisch von einem bestimmten Kündigungsstichtag ausgegangen werden.
Maßgeblich sind die vereinbarte Vertragslaufzeit und das Versicherungsjahr Ihres Vertrages. Zusätzlich können bestimmte Ereignisse – beispielsweise ein regulierter Schaden oder bestimmte Beitragserhöhungen – ein besonderes Kündigungsrecht auslösen.
Prüfen Sie deshalb zuerst Ihren Versicherungsschein und die für Ihren Vertrag geltende Kündigungsfrist.
Vor einem Wechsel sollte außerdem geklärt sein, dass der benötigte neue Versicherungsschutz rechtzeitig zustande kommt.
Vertragslaufzeit und Kündigungsgrund prüfen → neuen Schutz klären → erst dann den bestehenden Vertrag beenden.
Was bedeutet das für Ihre Motorradversicherung?
Eine passende Motorradversicherung beginnt nicht beim günstigsten Tarif, sondern bei den finanziellen Risiken rund um Ihr Motorrad.
Die Haftpflicht schützt vor Ansprüchen anderer. Bei Teilkasko und Vollkasko entscheiden dagegen insbesondere Motorradwert, mögliche Eigenschäden und Ihre Fähigkeit, einen Verlust selbst zu tragen.
Danach können Sie Selbstbeteiligung und zusätzliche Leistungen so wählen, dass sie zu Ihrem Motorrad, seiner Nutzung und Ihrer finanziellen Situation passen.
Risiken verstehen → eigenen finanziellen Spielraum berücksichtigen → benötigten Schutz festlegen → passende Motorradversicherung vergleichen.
Sie möchten Ihre Motorradversicherung vergleichen?
Wenn Sie wissen, welchen Schutz Sie benötigen, können Sie anschließend passende Motorradversicherungen vergleichen.
Vergleichen Sie dabei Beitrag und Leistungen gemeinsam – insbesondere Haftpflichtschutz, Kasko, Selbstbeteiligungen und die für Sie relevanten Zusatzleistungen.
→ Motorradversicherung vergleichen
Quellen und weiterführende Informationen
Für die Einordnung der Motorrad-Haftpflichtversicherung und der gesetzlichen Versicherungspflicht wurden unter anderem folgende Quellen berücksichtigt:
→ Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) ↗
Pflichtversicherungsgesetz (PflVG)
→ Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ↗
Versicherungsvertragsgesetz (VVG)