Unfallversicherung
Eine private Unfallversicherung ist eine sinnvolle Absicherung, wenn ein schwerer Unfall dauerhafte körperliche Folgen hat und dadurch zusätzlicher Kapitalbedarf entsteht.
Gleichzeitig bestehen bereits verschiedene Absicherungen – etwa über die Krankenversicherung und in bestimmten Situationen über die gesetzliche Unfallversicherung. Welcher zusätzliche Schutz für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrem persönlichen Unfallrisiko, den bereits vorhandenen Leistungen und Ihrer finanziellen Situation ab.
Schauen wir uns diese drei Punkte genauer an.
Welche Absicherung besteht nach einem Unfall bereits?
Nach einem Unfall übernimmt grundsätzlich Ihre Krankenversicherung die medizinisch notwendige Behandlung.
Sind Sie Arbeitnehmer und vorübergehend arbeitsunfähig, erhalten Sie in der Regel zunächst Entgeltfortzahlung. Danach kann – bei entsprechendem Anspruch – Krankengeld folgen.
Passiert der Unfall bei der Arbeit oder auf einem versicherten Arbeitsweg, kann die gesetzliche Unfallversicherung zuständig sein. Auch Kinder sind beispielsweise in Kita und Schule sowie auf den versicherten Wegen gesetzlich unfallversichert.
Viele Unfälle passieren jedoch zu Hause, beim Sport oder in der Freizeit. Hier greift die gesetzliche Unfallversicherung grundsätzlich nicht.
Weitere Leistungen können je nach Folgen und persönlicher Absicherung hinzukommen – beispielsweise aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder bei Pflegebedürftigkeit.
Wo ist Ihr persönliches Unfallrisiko besonders hoch?
Das Unfallrisiko hängt stark vom Alltag ab. Wer häufig mit dem Fahrrad oder zu Fuß im Straßenverkehr unterwegs ist, körperlich arbeitet, Motorrad fährt oder regelmäßig Sport treibt, ist anderen Risiken ausgesetzt als jemand mit einem weniger unfallgefährdeten Alltag.
Auch das Alter spielt eine Rolle. Kinder sind viel in Bewegung und können Gefahren noch nicht immer richtig einschätzen. Bei älteren Menschen gewinnen insbesondere Stürze und deren mögliche Folgen an Bedeutung.
Beim Sport kommt es auf die konkrete Aktivität an. Skifahren, Reiten oder Mountainbiken bringen andere Risiken mit sich als beispielsweise Schwimmen oder Wandern. Bestimmte Sportarten, Wettkämpfe oder besonders riskante Aktivitäten können außerdem bei Antragstellung anzugeben sein oder besonderen Vertragsbedingungen unterliegen.
Betrachten Sie deshalb nicht nur Ihren Beruf, sondern vor allem Verkehr, Freizeit, Sport und Ihre persönliche Lebenssituation.
Was soll eine private Unfallversicherung zusätzlich absichern?
Entscheidend wird ein schwerer Unfall vor allem dann, wenn dauerhafte körperliche Einschränkungen zurückbleiben.
Dann kann zusätzliches Kapital benötigt werden: beispielsweise für den Umbau von Wohnung oder Haus, ein angepasstes Fahrzeug, Hilfsmittel oder Unterstützung im Alltag.
Wie viel davon Sie selbst auffangen können, hängt auch von Ihren Rücklagen und Ihrer gesamten finanziellen Situation ab.
→ Finanzplaner
Die private Unfallversicherung stellt bei einer unfallbedingten dauerhaften Beeinträchtigung – abhängig vom vereinbarten Versicherungsschutz – Kapital zur Verfügung. Damit können Sie die finanziellen Folgen auffangen, die durch die vorhandenen Absicherungen nicht oder nicht ausreichend abgedeckt sind.
Wie hoch die Absicherung sein sollte und worauf Sie bei Invaliditätsleistung, Versicherungssumme, Progression und weiteren Leistungen achten sollten, erklären wir im Ratgeber.