Private Pflegezusatzversicherung – Pflege finanzieren und vorsorgen

Pflegebedürftigkeit kann zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden. Die Pflegepflichtversicherung übernimmt dabei nicht automatisch alle entstehenden Kosten.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht sofort: Welche Pflegezusatzversicherung brauche ich?

Zuerst sollten Sie klären, welche mögliche Pflegelücke Sie selbst tragen könnten und möchten – und ob Sie dafür eine Versicherung, eigenes Vermögen oder eine Kombination aus beidem nutzen wollen.

Pflege ist auch eine Frage der Finanzplanung

Wie hoch Ihre finanzielle Belastung im Pflegefall tatsächlich wäre, lässt sich viele Jahre im Voraus nicht genau bestimmen. Sie hängt unter anderem von Pflegegrad, Art und Dauer der Pflege, Ihren Einkünften im Alter und Ihrem vorhandenen Vermögen ab.

Deshalb sollten Sie zunächst Ihre eigene finanzielle Ausgangslage betrachten:

  • Welche Einkünfte erwarten Sie im Ruhestand?

  • Welche Rücklagen und welches Vermögen werden voraussichtlich vorhanden sein?

  • Welchen Teil davon würden Sie für Pflege einsetzen?

  • Soll Vermögen möglichst erhalten bleiben?

  • Welche finanzielle Belastung möchten Sie selbst tragen?

→ Rücklagen

→ Finanzplaner

Selbst vorsorgen oder das Pflegerisiko versichern?

Geld für einen möglichen Pflegefall kann auch selbst zurückgelegt oder langfristig angelegt werden. Das Vermögen bleibt dann flexibel verfügbar und kann auch für andere Zwecke eingesetzt werden.

Dafür tragen Sie das Risiko selbst. Werden Sie bereits pflegebedürftig, bevor ausreichend Vermögen aufgebaut wurde, kann eine erhebliche Finanzierungslücke entstehen.

Eine Versicherung überträgt einen Teil dieses Risikos auf einen Versicherer. Dafür zahlen Sie Beiträge – möglicherweise über viele Jahrzehnte.

Es geht deshalb nicht nur darum, welche Lösung heute günstiger erscheint. Entscheidend ist, welches Risiko Sie selbst tragen können und welches Sie absichern möchten.

Pflegezusatzversicherung ist nicht gleich Pflegezusatzversicherung

Für eine zusätzliche private Absicherung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Dazu gehören insbesondere Pflegetage- beziehungsweise Pflegemonatsgeldversicherungen, Pflegekostenversicherungen und Pflegerentenversicherungen.

Sie unterscheiden sich unter anderem darin, wann und wie Leistungen gezahlt werden, wie frei das Geld verwendet werden kann und wie der Vertrag gestaltet ist.

Auch die langfristige Beitragsbelastung gehört in die Entscheidung. Ein heute bezahlbarer Beitrag bedeutet nicht automatisch, dass die finanzielle Belastung über Jahrzehnte unverändert bleibt.

Deshalb sollten Sie nicht allein einen heutigen Monatsbeitrag vergleichen.

Was passt zu Ihrer Situation?

Ob Sie zusätzlich vorsorgen sollten und welcher Weg dafür geeignet ist, hängt stark von Ihrer persönlichen Situation ab.

Wer ausreichend Einkommen und Vermögen besitzt und dieses im Pflegefall einsetzen möchte, kann einen größeren Teil des Risikos selbst tragen.

Wer eine mögliche Pflegelücke nicht vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren möchte oder kann, kann prüfen, welcher Teil sinnvoll abgesichert werden soll.

Erst danach stellt sich die Frage nach der passenden Versicherungsform und dem konkreten Vertrag.

→ Pflegezusatzversicherung – Ratgeber

→ Beratung zur Pflegezusatzversicherung







Quellen und weiterführende Informationen

→ Bundesgesundheitsministerium: Pflegeversicherung ↗

→ Bundesgesundheitsministerium: Private Pflege-Zusatzversicherungen ↗

→ gesund.bund.de: Private Pflegezusatzversicherung ↗

→ Statistisches Bundesamt: Pflegebedürftige in Deutschland ↗

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