Welche Pflegezusatzversicherungen gibt es?


Bei vielen Menschen wird das Thema Pflege erst wichtig, wenn jemand, meist ein Elternteil, darauf angewiesen ist. Und auch erst dann spührt man, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bei Weitem nicht ausreichen. Darum ist man gut beraten sich rechtzeitig über die möglichen zusätzlichen Absicherungen zu informieren und rechtzeitig zu handeln. Denn nur mit der richtigen Absicherung ist eine gute Versorgung bis ins hohe Alter, möglich.

 

Das die gesetzliche Pflegeversicherung nur eine Teilabsicherung darstellt und ist, das ist in zwischen den Meisten bekannt. Darum wird der fehlende Teil in der Regel durch die Rente (oder sonstige Einkünfte) bezahlt. Sollten die Einkünfte der zu pflegenden Person nicht ausreichen, ist etwaiges Erspartes oder Vermögen dran, oder/und die Kinder. Auch die Sozialhilfeträger kommen für einige finanziellen Lücken in der Pflege auf.

Wer aber weder dem Staat noch den eigenen Kindern zur Last fallen will, der kümmert sich rechtzeitig, mit Hilfe einer Pflegezusatzversicherung, um die nötigen finanziellen Mittel. Hierfür gibt es uterschiedliche Angebote und Vertragsarten.

Die Versorgungslücken

Die Versorgungslücken entstehen ganz einfach dadurch, dass die tatsächlichen Pflegekosten die Pflegeleistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung immer übersteigen.

So kostet ein Pflegeplatz in einem Pflegeheim bis zu 5.000 Euro, die gesetzliche Pflegeversicherung bezahlt aber maximal nur 2.005 Euro.

Die meisten Pflegebedürftigen werden ambulant bzw. zu Hause gepflegt. Hier entstehen ebenfalls höhere Kosten wie von der Pflegeversicherung erstatet werden.

In der sind die Pflegeleistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung aufgelistet.

Leistungen

Pflege-
grad 1

Pflege-
grad 2

Pflege-
grad 3

Pflege-
grad 4

Pflege-
grad 5

Pflegegeld

-

316 EUR

545 EUR

728 EUR

901 EUR

Pflegesachleistung, häusliche Pflege

-

689 EUR

1.298 EUR

1.612 EUR

1.995 EUR

Teilstationäre Pflege

-

689 EUR

1.298 EUR

1.612 EUR

1.995 EUR

Vollstationäre

Pflegeleistungen

125 EUR
Zuschuss

770 EUR

1.262 EUR

1.775 EUR

2.005 EUR

Entlastungsbetrag

125 EUR

125 EUR

125 EUR

125 EUR

125 EUR

Kurzzeitpflege, pro Kalenderjahr

-

1.612 EUR

1.612 EUR

1.612 EUR

1.612 EUR

Verhinderungspflege, pro
Kalenderjahr

-

1.612 EUR

1.612 EUR

1.612 EUR

1.612 EUR

zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

40 EUR

40 EUR

40 EUR

40 EUR

40 EUR

Wohnumfeldverbesserung
pro Maßnahme

4.000 EUR

4.000 EUR

4.000 EUR

4.000 EUR

4.000 EUR

Wohngruppenzuschlag

214 EUR

214 EUR

214 EUR

214 EUR

214 EUR

Beratungseinsatz, pro Halbjahr, Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich

23 EUR

23 EUR

23 EUR

23 EUR

23 EUR



Welche Pflegezusatzversicherungen gibt es?

Pflegekostenversicherung - Bei einer Pflegekostenversicherung werden Ausgaben bei häuslicher oder stationärer Pflege teilweise erstattet. Diese müssen nachgewiesene werden.

Die staatlich geförderte private Pflegevorsorge (GEPV) auch Pflege-Bahr genannt – Mit einem Eigenbeitrag von 10 Euro beteiligt sich der Staat mit zusätzlichen 5 Euro. Vor allem bei älteren Versicherten kann mit dem Gesamtbeitrag von 15 Euro keine Versorgungslücke geschlossen werden.

Pflegerentenversicherung – Bei der Pflegerentenversicherung werden ja nach Pflegegrad gestaffelte Renten vereinbart. Diese Renten erhält der Versicherte unabhängig von tatsächlichen Kosten.

Pflegetagegeldversicherung – Mit der Pflegetagegeldversicherung erhalten Versicherte je nach Pflegegrad Geld, über das sie frei verfügen können.


Welche Pflegezusatzversicherungen ist sinnvoll?

Die Eier-legende-Wollmilchsau gibt es auch bei den Pflegezustzversicherungen nicht. Letztendlich hängt es vom eigenen Bedarf und Geldbeutel ab.

  1. Die staatlich geförderte private Pflegevorsorge hat den Vorteil, dass Versicherer Kunden nicht wegen Vorerkrankungen ablehnen dürfen. Nachteilig ist, dass die Versorgungslücken oftmals nicht geschlossen werden. Es sei denn man schliesst zusätzlich eine weitere Pflegezusatzvericherung ab.

  2. Die Pflegekostenversicherung sichert nur tatsächliche entstandene Kosten in der häuslichen oder stationären Pflege ab. Erstattet werden diese nur teilweise, und meist nur dann wenn die Rechnung von professionellen Pflegediensten erstellt ist.

  3. Bei der Pflegerentenversicherung erhält der Vericherte fest vereinbarte Renten, entsprechnd dem Pflegegrad. Die Vertragsgestaltung ist variabler weil z.B. Beitragspausen, Kapitalwahlrecht und Anpassungen möglich sind. Allerdings kostet diese Freiheit, was sich im Beitrag niederschlägt.

  4. Die Pflegetagegeldversicherung ist eine günstige Variante, da taggenau, entsprechend den Pflegegraden, die Leistung fliesst. Allerdings sind Beitragsunterbrechungen eher ungern gesehen und gefährden u.U. den Versicherungsschutz.

Grundsätzlich gilt; eine personenbezogene Beratung mit (ganz wichtig!) Bedarfsermittling sollte vor Abschluss einer Pflegezusatzversicherung erfolgen. Idealerweise ist ein Vergleich der einzelnen Versicherungsvarianten für das Auffinden der Vor- und Nachteile Bestandteil der Beratung.


Wann sollte eine Pflegezusatzversicherungen abgeschlossen werden?

Meistens wird dazu geraten; „So früh wie möglich.“, aber wenn man jünger ist, hat man vielleicht Familie und Kinder, und muss sich eher gegen Berufsunfähigkeit (incl. Pflegebedürftigkeit mgl.) absichern und möchte eine Altersversorgung aufbauen. Wer die Pflegezusatzversicherung jenseits der 50 abschließen will, muss mit beträchtlichen Beiträgen rechnen gleichzietig besteht das Risiko, dass man die Versicherung nicht mehr bekommt, denn die privaten Versicherer stellen u.a. Fragen zur Gesundheit, und Menschen mit Vorerkrankungen wie z.B. Arthrose, Rheuma, Bluthochdruck oder Diabetes werden häufig abgelehnt.“


Was sollte bei Vertagsabschluss einer Pflegezusatzversicherungen beachtet werden?

Abgesehen davon, dass die Meisten einen geringen Beitrag bezahlen wollen, sind die bedarfsgerechten Leistungen wichtiger. Das aller Wichtigste ist die Höhe der finanziellen Absicherung, denn sie soll eine etwaige Lücke schließen und auch die Kinder vor finanziell extremen Belastungen schützen.

Darüber hinaus sollten Dynamik, Beitragsbefreieung im Leistungsfall und weltweiter Versicherungsschutz berücksichtigt werden. Die Flexibilitäten für Vertragsanpassungen sind deshalb wichtig, weil es immer wieder zu Veränderungen der Lebensumstände und auch gesetzlichen Veränderungen kommen kann.

Mit Warte- und Karenzzeiten lassen sich hohe Beitrage reduzieren die allerdings im Leistungsfall unangenehme „Fianzlöcher“ zur Folge haben können. Wer über ausreichnde finanzielle Polster verfügt kann diese natürlich ausgleichen.

Mit der Absicherung einzelner Pflegegrade lassen sich auch Beiträge einsparen. Wirklich sicher ist aber nur derjenige abgesichert der alle Pflegegrade absichert.

Fazit:

Alles in allem lassen sich mit einer bedarfsgerechten persönlichen Beratung durch einen Versicherungsmakler günstige Absicherungen für eine Pflegezusatzvericherung finden. Man sollte sich einfach einmal genug Zeit nehmen und das Thema Pflegezusatzversicherung jetzt angehen.



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