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Ratgeber Versicherungen

Welche Versicherung brauche ich wirklich?

Für Viele sind Versicherungen ein notwendiges Übel, ein rotes Tuch, oder einfach nur staubtrocken. Und dennoch tragen Versicherungen in hohem Maße zu unserem Wohlergehen bei.

Versicherungen übernehmen die Kosten für die Arztbehandlung oder den Krankenhausaufenthalt. Der Autounfall wird von der Versicherung bezahlt. Auch die Kosten für die Reparatur eines Wasserschadens im Haus wird von einer Versicherung ausgeglichen. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, erhält ein Einkommen, oder eine größere Summe von einer Versicherung. Die Kosten für den Rechtsanwalt und das Gericht - weil der Arbeitgeber, der Nachbar oder wer auch immer Stress gemacht hat - werden ebenfalls von einer Versicherung beglichen ...

Abgesichert zu sein für die Folgen bestimmter Fälle gibt den meisten ein sicheres Gefühl und macht das Leben leichter.

Aber auch diese Medaille hat eine zweite Seite - eine Kehrseite. Versicherungen kosten Geld. Versicherungen versichern nicht jeden erdenklichen Fall. Und, ist es nicht so, dass Versicherungen sich gerne vor Zahlungen drücken? Hinzu kommt, dass Versicherungen mit viel Schreibkram und Bürokratie verbunden sind. Eben - staubtrocken.

Für die meisten ist schon das Durchlesen und vor allem das vollumfängliche Verstehen eines Versicherungsvertrages wahrscheinlich ein Buch mit sieben Siegeln. Gäbe es das Schulfach `Versicherungen`, wäre es höchst wahrscheinlich die Schulstunde mit den meisten Klassenbucheinträgen wegen schwänzen, weil - "nix verstehen".

Trotzdem wissen wir von anderen; Du brauchst die eine oder andere Versicherung. Aber, welche Versicherung brauche ich wirklich, und warum?

Und hier setzt das PMSK-Prinzip an.

Das PMSK-Prinzip soll Dir eine Hilfe sein. Eine Hilfe um selbst herausfinden zu können, welchen Versicherungsbedarf Du wirklich hast. Es basiert darauf, dass Du für Dich erkennst; welche Versicherungen musst Du abschließen und welche Versicherungen kannst Du abschließen. Wie eingangs gesagt, es geht um Dein Wohlempfinden. Denn; "Nicht jede*r braucht jede Versicherung"

Legen wir los.


Das P-M-S-K-Prinzip

Das PMSK-Prinzip basiert auf der einfachen Erkenntnis, dass der Versicherungsbereich sich in 4 Kategorien aufteilt. Das sind die:

  • PFLICHT-Versicherungen

  • MUSS-Versicherungen

  • SOLLTE-Versicherungen

  • KANN-Versicherungen


Die PFLICHT-Versicherungen

Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung (incl. Pflegeversicherung) muss jeder haben. Ob gesetzlich oder privat versichert, ist ohne Vergleich nicht so ohne Weiteres zu entscheiden. Aber, da die private Voll-Krankenversicherung nur für bestimmte Einkommensgruppen und Selbständige offen ist, müssen sich die Meisten eh nur zwischen den gesetzlichen Krankenkassen entscheiden, und hier lohnt sich ein Vergleich allemal.

Wichtig! Wer nicht krankenversichert ist, erhält auch nur die Notfallbehandlung. Je länger jemand nicht versichert war umso teurer wird der Wiedereinstieg, denn die angefallenen Beiträge in der nicht versicherten Zeit werden ganz oder zumindest anteilig eingefordert.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für jedes zulassungspflichtige Fahrzeug Pflicht. Bei der KFZ-Versicherung sind die Teilkasko- und Vollkaskoversicherung nicht Pflicht.

Wichtig! Die Kfz-Haftpflichtversicherung geht nicht automatisch auf den neuen Eigentümer über, wenn das KFZ verkauft oder verschenkt wird.

Weiter Pflichtversicherungen sind:

  • Gesetzliche Rentenversicherung (erledigt der Arbeitgeber)
  • Arbeitslosenversicherung (erledigt der Arbeitgeber)
  • Gesetzliche Unfallversicherung (erledigt der Arbeitgeber)
  • Berufshaftpflichtversicherung (Für Selbständige)
  • Betriebshaftpflichtversicherung (Für Betriebe)
  • Jagdhaftpflichtversicherung (Für JägerInnen)
  • Tierhalterhaftpflichtversicherung (nicht in allen Bundesländer)

Die MUSS-Versicherungen

Stichwort: Private Haftpflichtversicherung

Wenn es darum geht, dass Sie sich vor existenzbedrohenden selbst verschuldeten Schäden schützen, ist die private Haftpflichtversicherung für jeden ein Muss. Allerdings braucht nicht jeder Mensch einen eigenen Vertrag. Kinder und Lebenspartner sind meistens über einen Familientarif mitversichert.

Stichwort: Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer sein Einkommen mit seiner Arbeitskraft bestreitet ist dem Risiko ausgesetzt, dass Unfall oder Krankheit die berufliche Tätigkeit verhindern können. Dabei ist es egal ob ein Unfall in der Freizeit oder eine psychische Krankheit die Ursache ist. In jedem Fall ist der soziale Abstieg vorprogrammiert wenn man nur auf die staatliche Erwerbsminderungsrente setzt. Darum muss jeder so früh wie möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Wichtig! Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen, oder wegen zu hoher Kosten, keine BU-Versicherung abschließen können, fragen Sie einen Versicherungsmakler nach Alternativen.

Stichwort: Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung ist für jeden Hausbesitzer ein Muss. Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer und auch Blitzschlag sind dadurch abgesichert.

Wichtig! Achten Sie darauf, dass auch die Elementarschadenversicherung eingeschlossen ist.


Die SOLLTE-Versicherungen

Stichwort: Risikolebensversicherung

Gerade für Familien ist die Risikolebensversicherung sinnvoll und sollte abgeschlossen werden. Denn, wenn ein Elternteil stirbt, muss das andere Elternteil nicht nur für das Einkommen der Familie sorgen, sondern auch für die Betreuung und Ausbildung der Kinder. Und nicht zu vergessen, die Wohnkosten wie Miete oder Finanzierung einer Immobilie sind beim Ausfall eines Elternteils eine enorme Herausforderung.

Hinweis: Die meisten Kinder die in Armut leben müssen, sind Kinder von Alleinerziehenden. Dieses Risiko kann mit der Risikolebensversicherung minimiert werden.

Stichwort: Auslandsreisekrankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen, und oft auch die private Krankenversicherung, bezahlen nicht alle Kosten die Ihnen bei Krankheit und Unfall entstehen, wenn Sie eine Reise ins Ausland machen. Nur mit der richtigen Auslandsreisekrankenversicherung werden Behandlungen und medizinisch notwendige Rücktransporte komplett übernommen.

Stichwort: Krankentagegeld

Nach 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Lohnfortzahlung im Rahmen des Krankengeldes. Das Krankengeld entspricht ungefähr 65 - 70% vom letzten Nettogehalt. Die Lücke kann mit einer Krankentagegeldversicherung geschlossen werden. Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung kann hier entsprechend einspringen.

Wer privat krankenversichert ist hat gar keine automatische Einkommensabsicherung. Diese Einkommenslücken schließen Sie mit einer Krankentagegeldversicherung.

Stichwort: Pflegezusatzversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Grundversorgung. Sie deckt aber nicht die gesamten Pflegekosten ab. Um die, insgesamt hohen Pflegekosten abzudecken, ist eine private Pflegezusatzversicherung oder eine Pflegetagegeldversicherung notwendig.

Stichwort: Hundehaftpflichtversicherung (In machen Bundesländern eine PFLICHT-Versicherung)

Hunde sind nicht automatisch in der privaten Haftpflichtversicherung mit versichert, daher müssen Hundehalter eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen. Sie deckt die Schäden ab, die der Hund verursacht. In manchen Bundesländern ist die Hundehaftpflichtversicherung sogar Pflicht.

Stichwort: Zahnzusatzversicherung

Wenn es um Zahnersatz geht, bezahlt die gesetzlich Krankenkasse nur noch Pauschalbeträge, die meistens nicht den vollen Kostenbetrag decken. Hier können enorme Summen von den Versicherten verlangt werden. Eine Zahnzusatzversicherung schließt diese Lücke weitestgehend.

Stichwort: Hausratversicherung

Wird Ihr Hausrat, also Computer, Kleider, Möbel, usw. durch Feuer, Einbruch-Diebstahl oder einen Wasserschaden beschädigt, ersetzt die Hausratversicherung die Neuanschaffung. Diese Versicherung ist vor allem dann sinnvoll wenn Sie ihren Hausrat nicht aus eigenen Mitteln selbst ersetzten können.

Hinweis: Auch die Sachen im Keller gehören zu Ihrem Hausrat. Ebenso die Sachen im Auto und was Sie auf Reisen z.B. im Hotel mit dabei haben.

Stichwort: Vollkasko- /Teilkaskoversicherung

Mit der Kfz-Haftpflichtversicherung sind die Schäden am eigenen Fahrzeug nicht abgesichert, dafür gibt es die Teilkasko- und Vollkaskoversicherung. Faustformel: Neuwagen bis ungefähr 6 Jahren brauchen eine Vollkasko, danach reicht i.d.R. die Teilkasko.


Die KANN-Versicherungen

Stichwort: Rechtsschutzversicherung

Die Kosten für gerichtliche Auseinandersetzungen mit zum Beispiel dem Arbeitgeber, Vermieter, Nachbar oder anderen Versicherungen, übernimmt die Rechtsschutzversicherung. Wer in einem Verein oder einer Gewerkschaft Mitglied ist, hat oft dort schon einen Rechtsschutz der eine Mindestabsicherung der Kosten bietet.

Stichwort: Unfallversicherung

Die Unfallversicherung ist vor allem für körperlich arbeitende Menschen, und Menschen mit sportlichen Hobbys interessant. Also für alle die durch körperliche Tätigkeiten einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt sind. Auch Senioren und Kinder sind einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt, darum gibt es für diese Personengruppen spezielle Unfallversicherung-Tarife.

Stichwort: Ambulante Zusatzversicherung

Die ambulante Zusatzkrankenversicherung macht nur dann Sinn wenn Sie auf alternative Heilmethoden wie Heilpraktiker, Osteopathie usw. Wert legen. Als eigenständiger Vertrag sind sie oft teurer als wenn sie z.B. in der Zahnzusatzpolice integriert sind.

Stichwort: Reiserücktrittsversicherung

Die Reiserücktrittversicherung ist dann sinnvoll wenn die Reise sehr teuer ist. Die Gründe für einen Reiserücktritt können sein: Krankheit, Ableben von demjenigen der die Reise gebucht hat, aber auch Angehörige und Mitreisende können eine Reiserücktrittsversicherung auslösen.

Stichwort: Kinderinvaliditätsversicherung

Mit der Kinderinvaliditätsversicherung sichern Sie ihre Kinder gegen Invalidität durch Unfall und Krankheit ab. Die meisten Policen leisten eine hohe einmalige Summe, und/oder eine lebenslange Rente. Mit dem Beginn der Ausbildung, spätestens danach sollten junge Menschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.




Luxusversicherungen

Insassenunfallversicherung

Die Absicherung der Insassen eines Unfallwagens, sind bereits in der KFZ-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers abgesichert. Daher ist die Insassenunfallversicherung eigentlich eine Doppel-Versicherung die nicht notwendig ist.

Restschuldversicherung

Die Restschuldversicherung ist keine Pflichtversicherung. Da der gesamte Beitrag meist auf die Kreditsumme drauf gerechnet wird, muss man somit sogar noch Zinsen für die Versicherung bezahlen. Das ist zu teuer. Zudem sind die Leistungsverweigerungen der Versicherer enorm, besser ist eine Risikolebensversicherung.

Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung ist eigentlich nur der Umweg über die Versicherung, damit Angehörige im Sterbefall die Beerdigung bezahlen können. Nahezu das gleich erreicht man, wenn man das Geld auf einem Konto rechtzeitig anspart.

Handyversicherung

Die Handyversicherung lohnt sich eigentlich nur bei teuren Geräten, denn die Versicherung ist mit hohen Beiträgen ausgestattet und der Leistungsumfang ist beschränkt.

Glasbruchversicherung

Mit der Haftpflicht-, Hausrat- und Gebäudeversicherung sind die meisten Glasbruchschäden abgedeckt. Nur für außergewöhnliche Glasbruchschäden ist eine Glasbruchversicherung sinnvoll.

Brillenversicherung

Auch die Brillenversicherung ist eigentlich nur für sehr teure Brillen sinnvoll. Zumal Gläser und Gestell separat behandelt werden, und in anderen Versicherungsverträgen z.T. schon mitversichert werden können.

Krankenhaustagegeldversicherung

Bereits die zusätzliche Krankentagegeldversicherung leistet einen Tagessatz. Darum ist die Krankenhaustagegeldversicherung eine nicht unbedingt notwendige Zusatzversicherung, speziell für den Krankenhausaufenthalt.

Reisegepäckversicherung

In einer guten Hausratversicherung ist eine Reisegepäckversicherung integriert. Ein extra Vertrag ist nur dann evtl. sinnvoll wenn sie keine Hausratversicherung haben und Ihr Gepäck sehr teuer ist.

Fazit:

  • Wer seinen Versicherungsbedarf nach dem PMSK-Prinzip deckt, ist nicht über- und auch nicht unterversichert.
  • Wurde der Versicherungsbedarf mit Hilfe eines unabhängigen Vergleichs gedeckt, stimmt auch das Preis-Leistungsverhältnis.

Wer sich um seine Versicherungen nicht selbst kümmern will, kann mit uns als unabhängiger Versicherungsmakler professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Dann haben Sie einen qualifizierten Partner an der Hand, der Ihnen den gesamten bürokratischen Aufwand bei Ihren Versicherungen abnimmt und Ansprechpartner ist in allen Vertragsfragen - auch im Schadensfall.

Regelmäßig prüfen - Sie sollten Ihre Versicherungen immer wieder, am besten regelmäßig überprüfen, bzw. von einem Versicherungsmakler prüfen lassen. Denn, spätestens wenn sich etwas in Ihrem Leben ändert – etwa wenn Sie mit jemanden zusammenziehen, Sie heiraten oder in Rente gehen, ändert sich Ihr Versicherungsbedarf und Ihre Versicherungen müssen angepasst werden.

Versicherungen die älter als 10 Jahre sind, sind veraltet!







Unser Tipp für die private Altersvorsorge: Aktienfonds-Sparplan, ETF-Sparplan, Immobilien

 




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